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Podiumsgespräch mit Alice Schwarzer und Sabine Constabel.

Prostitution ist noch immer ein Tabu-Thema, das als das scheinbar älteste Gewerbe der Welt heruntergespielt wird. Wirtschaftlich lohnt sich dieses Gewerbe – mehrere Billionen Euro werden in Europa mit den Körpern von Frauen verdient. Die Frauen profitieren nicht davon, das System beutet sie aus wie moderne Sklavinnen.
Der Paradies-Prozess hat Prostitution wieder ins Gespräch gebracht – das Gewerbe, nicht die Situation der Frauen.
Deutschland hat ein liberales Prostituiertengesetz verabschiedet. Die Idee: die Frauen zu entkriminalisieren und zu schützen. Ist das gelungen? In der EU ist das Gesetz sehr umstritten. Frankreich, Schweden, Island verbieten Prostitution gänzlich. Deutschland muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass das Gesetz gegen die allgemeinen Menschenrechte verstößt. Eine Untersuchung der EU gegen Deutschland wird gerade eingeleitet.

Alice Schwarzer ist eine von Deutschlands bedeutendsten Feministinnen und hat die Bundesrepublik wesentlich mit geprägt. 1971 initiierte Alice Schwarzer die Aktion „Frauen gegen den § 218“, 1975 erschien ihr Buch „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“, 1977 gründete sie die erste feministische Zeitschrift „Emma“. Sie setzt sich vehement für die Rechte und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an der Gesellschaft ein, bricht dabei oft mit Tabus.
Sabine Constabel ist seit fast 25 Jahren Streetworkerin und Sozialarbeiterin im Stuttgarter Rotlichtviertel und im Café La Strada, sowie Vorsitzende von „SISTERS e.V – für den Ausstieg aus der Prostitution“.