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Gast von Wolfgang Niess in der Reihe »Autor im Gespräch« ist einer der profiliertesten Soziologen unserer Tage, Prof. Wolfgang Engler, der unter anderem mit Büchern wie »Die Lüge als Prinzip – über Aufrichtigkeit im Kapitalismus« oder »Bürger ohne Arbeit« für Aufmerksamkeit und Denkanstöße in den politischen Debatten unseres Landes sorgte. Seine Expertise ist in vielen Interviews und Talk-Shows gefragt. In letzter Zeit vor allem seine Einschätzung über Ostdeutschland, das vielen seit Pegida, NSU und dem Erstarken der AfD als gesellschaftliches Krisengebiet gilt. Bis heute ist unklar, was jene, die dort leben und dort ihre biografischen Erfahrungen gemacht haben, definiert und von den »Westdeutschen« unterscheidet. Dieser Frage geht Wolfgang Engler gemeinsam mit der Journalistin und Schriftstellerin Jana Hensel in ihrem Gesprächsband »Wer wir sind. Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein« nach, der jetzt im Aufbau-Verlag erschienen ist.

Eine neue Erkenntnis ist unter anderem, dass die wesentliche Prägung erst nach 1990 stattfindet  und eben nicht, wie man annehmen könnte, in der DDR. Als Identität ist das »Ostdeutschsein«  überhaupt erst nach 1990 entstanden, geprägt von der Differenz zwischen dem Ideal, das DDR-Bürger vom Westen hatten, und dem, was sie als Neubundesbürger erlebten. Zum Beispiel einen wirtschaftlichen Zusammenbruch, der größer war, als in den anderen Staaten des Ostblocks. Und die daraus folgende Abwanderung, die größte Fluchtbewegung in Europa seit dem Krieg. Den Rückgang der Geburtenquote auf den niedrigsten Wert Europas.

Entstanden ist kein Buch über ostdeutsche Befindlichkeiten, sondern eine profunde Analyse über unsere Gesellschaft insgesamt: Für alle, die unsere Gegenwart beunruhigt.

»Unbedingt lesen, unbedingt weiterdiskutieren.« (Berliner Zeitung)

»Es gibt zurzeit viele Bücher, in denen die Welt aus einem Punkt heraus kuriert wird. Dieser Gesprächsband zeigt sie in ihren Widersprüchen, Paradoxien.«(Süddeutsche Zeitung)

»Das Buch liest sich auf jeder einzelnen Seite inhaltsreich und anspruchsvoll, aber zugleich eben auch sehr lebendig und unterhaltsam. Hoffentlich lesen es viele, auch viele Westdeutsche.« (MDR)